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"Am Essplatz breitete Meinrad sofort seine Landkarte aus; er wollte wissen, wo er war, und zwar den genauen Punkt", schreibt der Bildhauer Hans von Matt in seinen Erinnerungen. Die botanischen Exkursionen der beiden Freunde, die Ende der fünfziger Jahre begannen, spiegeln sich in Inglins letzter Erzählung, wenn der alte Hotelier aus der Stadt und der einheimische ehemalige Lehrer im Gebirge den seltenen Pflanzen nachspüren. "Das Wunder aller Wunder beginnt auf der Erdkruste", und die genaue Beobachtung wird zum Anfang der Einsicht in grössere Zusammenhänge.

Denn im "Wanderer auf dem Heimweg" geht es nicht nur um Pflanzen, sondern um einen ganzen Lebensraum samt seinen erdgeschichtlichen Voraussetzungen, um eine Art Standortbestimmung innerhalb der Schöpfung. Noch einmal begibt sich Inglin mit seinem letzten Protagonisten in die graue March zwischen dem Lebendigen und dem Vollendeten; hier hört "die vertraute Erdenwelt auf, und was noch sichtbar darüber hinausgeht, grenzt an andere Bereiche". Der Ausstieg aus den scheinbaren Notwendigkeiten des Alltags, den Inglin einen erfolgreichen Geschäftsmann in "Ein einfacher kleiner Schritt" proben lässt, wird hier am Übergang vom Zeitlichen zum Ewigen zum Rückzug auf das Wesentliche.

"Wanderer auf dem Heimweg" ist 1968 im ersten Band der "Erzählungen" erschienen. Zwei Jahre vorher ist Bettina an Krebs erkrankt; Inglin betreut und begleitet sie durch alle Spital- und Erholungsaufenthalte hindurch bis zu ihrem Tod am 23. Juni 1969. Bald darauf macht sich die eigene Krankheit bemerkbar. In der ihm verbleibenden Zeit regelt Inglin seinen Nachlass, vernichtet, was nicht für fremde Augen bestimmt ist, und ordnet, was er im Zusammenhang mit seinem Werk für wichtig betrachtet.
Am 4. Dezember 1971 ist Meinrad Inglin in Schwyz gestorben.