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1958, also erst zwischen den beiden letzten Romanen "Urwang" und "Erlenbüel", erscheint der Sammelband "Verhexte Welt", der "heitere, ernste märchenhafte, volkstümliche und andere Geschichten" vereinigt, die zu ganz verschiedenen Zeiten entstanden sind.

Während in Inglins Werk, zu dem er selber eigentlich nur die Romane rechnet, sonst sein ordnender Kunstverstand "die schweifende Phantasie an kurze Zügel nimmt", gönnt der Dichter sich hier nicht nur das freie Spiel der Erfindung, sondern gestattet sich auch die pointierten Formulierungen, die seine Briefe auszeichnen.

Die elementare Lebenskraft, der Gegenpol zu Inglins intellektueller Schärfe, wird am leichtesten fassbar im fasnächtlichen Element, das in Leben und Werk eine wichtige Rolle spielt, und vor allem im "uralten Narrentanz", den er früh trommeln gelernt hat: "Dieser ursprünglich heidnische Tanz mochte, wie so vieles aus demselben Bereich, vom sieghaften christlichen Geiste früh um seinen tieferen Sinn gebracht und ins Närrische umgedeutet worden sein, doch hatte er seine Form bewahrt und glich darin den echten kultischen Tänzen, die man noch kannte."

Dass die fasnächtlich verkehrte Welt in einem tieferen Sinn die richtige ist, kommt in diesen kurzen Geschichten unverstellter zum Ausdruck als in grösseren Zusammenhängen, wo Inglins ausgeprägtes Gefühl für Gerechtigkeit und Ausgewogenheit jede Schwarzweissmalerei verbietet und ihn einen vertretbaren Ausgleich anstreben lässt, ein Gleichgewicht allerdings, das auch dort von der dauernden Spannung zwischen Phantasie und Geist, zwischen Fülle und Form lebt.