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"Behufs Sicherung der Zukunft würde ich reges Studium der Literatur und Journalistik recht angelegentlich Dir empfehlen", hatte Professor Abury in jenem entscheidenden Brief geschrieben, und Inglin folgt diesem Rat, indem er sich zunächst an der Universität Neuenburg immatrikuliert. Er belegt Grammatik- und Stilübungen in Deutsch und Französisch, hört eine Vorlesung über Flaubert und beginnt im Lauf des Winters, Nietzsche zu lesen. Parallel dazu schreibt er an seiner ersten grösseren Erzählung.

Im April 1914 wechselt er an die Universität Genf, wo er nur wenige Vorlesungen belegt; er beschäftigt sich intensiv mit französischer Literatur und nimmt sogar eine Übersetzung der "Madame Bovary" in Angriff. Erste journalistische Arbeiten werden veröffentlicht, und Inglin entschliesst sich, seine Studien in Bern fortzusetzen - ein Plan, der durch den Kriegsausbruch und fortgesetzten Militärdienst zwar nicht vereitelt, aber hinausgeschoben wird.

Nach der vorläufigen Entlassung im Frühling 1915 findet er eine Halbtagsstelle als Volontär beim "Berner Intelligenzblatt", schreibt Konzert- und Theaterkritiken, aber auch politische Beiträge, und in der Sonntagsbeilage veröffentlicht er neben einigen eigenen kleinen Prosastücken immer wieder zeitgenössische Schweizer Literatur, mit der er sich am selben Ort auch kritisch auseinandersetzt.

An der Universität hat er sich zwar eingeschrieben, doch erhält er dort keine wesentlichen Impulse, bis er 1916 im Philosophieprofessor Paul Häberlin den Mann trifft, den er "jetzt nötiger hatte als alle anderen Lehrer": "Wir fanden mehr als den Dozenten, der notwendiges Wissen vermittelte, wir fanden einen Erzieher, der klärend, befreiend, fördernd auf unser Wesentliches wirkte."

Häberlins psychologische Einsichten haben in Inglins Werk, vor allem in der "Welt in Ingoldau", bleibende Spuren hinterlassen; darüber hinaus aber findet Inglin in der Weltanschauung seines Lehrers, die eine Gemeinschaft vom Einzelnen her aufbaut, zum ersten Mal eine äussere Legitimation seiner Eigenrichtigkeit.

So empfindet er seine Berner Zeit als "Gesundung und Auftrieb"; anderseits verschärft sich gerade in dieser Konzentration auf das Wesentliche sein Widerwille gegen die journalistische Arbeit, die für ihn mit seiner eigentlichen Aufgabe unvereinbar wird. Trotzdem wechselt er im März 1919 als Redaktor an die neugegründete "Zürcher Volkszeitung", um den bürgerlichen Vorstellungen seines späteren Schwiegervaters besser zu entsprechen; aber bereits im Herbst wird die Situation unerträglich,er lässt sich am 1. September beurlauben und gibt die Stelle Ende Jahr endgültig auf.