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"Ein vorherrschendes Bestreben meiner Arbeit, wenn auch nicht das einzig vorherrschende, dürfte immerhin offensichtlich genug sein, es galt der Wirklichkeitsnähe, der höchsten Wahrscheinlichkeit und Lebendigkeit. Mit dem Naturalismus seligen Angedenkens, der den Abklatsch der Wirklichkeit gab, hat dies nichts zu tun": Wie Inglin in "Ingoldau" nicht Schwyz darstellt, sondern Welt, so sind auch seine Landschaften nicht auf der Karte zu finden, obwohl es sie in dieser Form geben könnte.

Was Inglin vom Dichter und seiner Vorstellungskraft in bezug auf seine Figuren verlangt, gilt entsprechend auch für deren Umgebung: "Er muss den Menschen sehen, von dem er erzählen will, und zwar den ganzen Menschen; er muss sehen wie er geht und steht, er muss wissen was er denkt, und hören was er spricht. Nur dann wird es möglich, diesem dargestellten Menschen einen so hohen Grad von Lebenswahrheit zu verleihen, dass der Leser an seine Realität glaubt wie an die jedes wirklichen Menschen." Von seinen imaginierten Landschaften hat Inglin während der Arbeit hie und da sogar Kartenskizzen gezeichnet, und seine Pflanzen und Tiere siedelt er darin in ihnen gemässen Lebensräumen an.

Vorzugsweise erfindet er voralpine Gegenden, wo zwischen Flachland und Gletscher, zwischen Zivilisation und Urzustand die Natur immer mächtiger und unerbittlicher wird, je höher einer steigt. Letztlich spiegelt sich darin auch das schöpferische Spannungsfeld zwischen dem fruchtbaren Chaos der Phantasie und der ewigen Ordnung des Geistes. Die "graue March" ist also, weit über den Werktitel hinaus, eine Chiffre für Inglins Seelenlandschaft.
Das entsprechende Buch, das "Menschen und Tiere" hätte heissen sollen, bevor Inglin die zwingende Formel fand, ist entstanden, als der Plan zum "Schweizerspiegel" bereits reif war; das "zeitlos Ursprüngliche" der "Grauen March" ist Gegenstück und Ergänzung zu seiner "realistischen Gegenwart".